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Im Folgenden möchten wir Ihnen einiges über die Funktion und Anfertigung des COMPOPLUS® Mund-Nasen-Schutzes von Kalthoff erläutern.

1 Einleitung

Als renommierter Hersteller von Luftfiltern verfügt Kalthoff über umfassendes Know-How bezüglich Luftverunreinigungen, Umweltaerosolen sowie der dafür geeigneten Filtermedien, deren Eigenschaften und Wirkungsmechanismen. Denn Frischluft zu filtern ist unsere Kernkompetenz und tägliche Aufgabe seit mehreren Jahrzehnten. Täglich verarbeiten wir fast 30.000 m² an Filtermedien, das entspricht einer Fläche von etwa 6 Fußballfeldern, zu mehr als 7.000 Filtereinheiten. Es ist für uns selbstverständlich, diese Kenntnisse und Fähigkeiten in außergewöhnlichen Umweltsituationen wie der Coronakrise angemessen zur Verfügung zu stellen. Das betrachten wir als Teil unserer gesellschaftlichen Aufgabe.

So hat Kalthoff aus seinem Sortiment geeignete hochwertige COMPOPLUS® Filterschichten ausgewählt, zu einem stabilen Verbund verarbeitet und so weiter konfektioniert, dass anschließend mit etwas handwerklichem Geschick und üblichen Haushaltsutensilien daraus ein Mund-Nasen-Schutz gefertigt werden kann.

Doch zunächst ein kleiner Ausflug in die Luftfiltertechnik.

1.1 Filtration von Umgebungsluft

In unserer Umgebungsluft befinden sich unzählige Bestandteile an festen und flüssigen Partikeln. Manche kommen direkt aus der Natur wie Wassertröpfchen, Sande und Salze aber auch Bakterien und Viren. Andere gelangen als Folge von menschlicher Zivilisation in die Umgebungsluft wie z.B. Ruße, Rauche aus Verbrennungsprozessen oder auch Öldämpfe.

Abbildung 1: Bestandteile in Umgebungsluft

Entnehmen Sie der Abbildung 1 die Vielfältigkeit der Luftinhaltsstoffe; grün für natürlichen Ursprung, rot für zivilisatorischen (anthropogenen) Ursprung.

Abbildung 2 soll Ihnen eine Vorstellung vermitteln, wie weitgefächert das Größenspektrum aller Partikel in der Umgebungsluft ist.

Abbildung 2: Größenverhältnisse

Während Haare und Pollen im noch sichtbaren, ähnlichen Größenbereich vorliegen, sind Viren um den Faktor 1000 kleiner.

So ist das Größenverhältnis eines Viruspartikels (ca. 0,1  µm) zu einem Gymnastikball etwa genauso groß wie das Verhältnis desselben Gymnastikballs zu unserem Erdball.

Und in einem Kubikzentimeter Umgebungsluft, also demselben Volumen wie in einem Stück Würfelzucker, sind mehr als eine Million Partikel enthalten.

Aufgrund dieser großen Anzahl, der Vielfältigkeit und der unterschiedlichen Partikelgrößen erfordert jede Filtrationsaufgabe einen speziellen Filtertyp, eine Bauform oder eine Filterklasse. Einige dieser Filterklassen (nach DIN EN ISO 16890 und DIN EN 1822) haben wir in Abbildung 1 zur Orientierung aufgeführt.

1.2 Filtration von Atemluft

Für die Herstellung des Kalthoff Mund-Nasen-Schutzes (Kalthoff MNS) haben wir uns für ein hochwertiges 3-lagiges synthetisches COMPOPLUS® Filtermedium der Filterklasse ISO ePM1 65 % entschieden.

Das Abscheideverhalten lässt sich aus Abbildung 3 ablesen, welche für jede Partikelgröße den zugehörigen Fraktionsabscheidegrad darstellt.

Abbildung 3: Fraktionsabscheidegrad

Mit dem Kalthoff MNS-Filtermedium werden Partikel von 3 µm und größer zu 100 %, 1  µm Partikeln zu 99 % und  0,1 µm Partikeln zu 84 % abgeschieden. Die Abscheidewerte dieses hochwertigen COMPOPLUS® Filtermediums gehen deutlich über die Schutzwirkung von herkömmlichen oder gar selbstgefertigten Masken hinaus. Dennoch ist eine Zertifizierung als FFP-Schutzmaske (DIN EN 149) oder als medizinische Schutzmaske (DIN EN 14683) nicht erfolgt. Auch wäre es möglich gewesen, ein Filtermedium mit noch höherer Abscheideleistung für das Kalthoff MNS zu verwenden. Bedenken Sie jedoch, dass mit der Abscheideleistung auch der Atemwiderstand ansteigt, was eine zusätzliche Belastung für die tragende Person darstellt. Daher gehören derartige Produkte aus unserer Sicht ausschließlich in die Hände von im Umgang erfahrenem Klinikpersonal.

1.3 Arten von Schutzmasken

Seit der Ausbreitung des Coronavirus wird viel über Atemschutzmasken gesprochen. Dabei ist häufig unklar, um welche Art von Schutzmasken es geht.

Profis definieren anhand des sogenannten Schutzziels, ob das Tragen entweder einer partikelfiltrierenden Halbmaske (Filtering Face Piece FFP) oder eines Mund-Nasen Schutzes (MNS) notwendig ist.

FFP Masken werden in die Klassen FFP1, 2, oder 3 unterteilt, wobei FFP3 den höchsten Schutz bietet. Diese Masken zählen zu den persönlichen Schutzausrüstungen, unterliegen entsprechenden Normen und gehören in Profihand. Die Verwendung erfolgt unter dem Aspekt des betrieblichen Arbeitsschutzes überwiegend durch medizinisches Fachpersonal, um z. B. im Klinikbetrieb sich vor luftgetragenen Infektionen zu schützen. Diese Halbmasken sind zumeist aus einem gewölbten festen Material gefertigt und verfügen oft über ein Atemventil.

Der Mund-Nasen-Schutz, gleichbedeutend mit OP-Maske, hingegen wird überwiegend in der medizinischen Erstversorgung, der ambulanten Behandlung sowie in der klinischen oder auch häuslichen Pflege folgendermaßen verwendet (Quelle: Bayrisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, 25.03.2020):

  • Das Tragen von MNS durch den Behandler schützt vor allem den Patienten vor möglicherweise über Mund oder Nase abgegebene (potenziell infektiöse) Speichel-/Schleimtröpfchen des Behandlers
  • MNS kann darüber hinaus wirkungsvoll das Auftreffen größerer Tröpfchen z. B. im Auswurf des Patienten auf die Mund- und Nasenschleimhaut des Trägers verhindern.
  • MNS schützt Mund und Nase des Trägers vor Berührungen durch kontaminierte Hände

Der MNS ist in der Regel flachliegend und bildet mithilfe der flexiblen Nasenverstärkung einen möglichst dichten Abschluss zum Gesicht. Die Befestigungsschlaufen ermöglichen eine passende Einstellung am Kopf.

 

2 Anfertigung Ihres Mund-Nasen-Schutzes

Damit sich Ihr Mund-Nasen-Schutz möglichst gut an Ihre Gesichtsform anpassen kann, ist es erforderlich, ihn mehrmals zu falten und die entstandenen Falten zu fixieren. Die Abmessungen der Falten sind für einen guten Sitz wichtig. Um Ihnen diesen Arbeitsschritt zu erleichtern und um reproduzierbare Ergebnisse zu ermöglichen, liegt Ihrem MNS-Set eine Faltschablone bei.

Nach der Fixierung der Falten kann der Nasenbügel (Clipband), der die Dichtigkeit im Nasenbereich gewährleistet, eingesetzt werden. Zum Abschluß werden die Befestigungsschlaufen vom Zuschnitt gelöst und auf die passende Länge eingestellt.

2.1 Einrichtung des Arbeitsplatzes

Sorgen Sie zunächst für einen hygienisch einwandfreien Arbeitsplatz. Reinigen Sie die Arbeitsfläche und entfernen Sie alle nicht erforderlichen Gegenstände aus dem Arbeitsbereich.

Legen Sie anschließend die benötigten Materialien bereit. Legen Sie die Faltschablone so vor sich auf die Arbeitsfläche, dass die Beschriftung lesbar ist und öffnen Sie sie vollständig.

2.2 Einlegen des MNS-Zuschnitts

Legen Sie den MNS-Zuschnitt, wie in Abbildung 4 gezeigt, mit der Innenseite nach unten, mittig in die Aussparung der Faltschablone. Die Innenseite des MNSs ist mit “INNEN” beschriftet.

Achten Sie darauf, dass das Filtermedium gleichmäßig übersteht.

Abbildung 4: Einlegen des MNS-Zuschnittes

2.3 Der Faltprozess

Während des Faltprozesses werden die geöffneten Klappen wieder geschlossen, und das Filtermedium um die entstehenden Kanten gelegt. Nach Abschluss des Faltens liegt ein Faltenpaket vor, dessen Falten fixiert werden müssen. Die einzelnen Arbeitsschritte (siehe Abbildung 5):

  • Klappen Sie die oberste rechte Klappe herunter.
  • Halten Sie die heruntergeklappte Klappe fest (hierdurch verhindern Sie ein Verrutschen des Filtermediums) und legen das Filtermedium um die Kante der Klappe. Halten Sie das Filtermedium und die Klappe mit der rechten Hand nieder.
  • Schließen Sie die oberste linke Klappe mit der linken Hand und halten sie nieder.
  • Legen Sie anschließend das Filtermedium um die Kante der heruntergeklappten linken Klappe. Halten Sie das Filtermedium und die Klappe mit der linken Hand nieder.

Abbildung 5: Der Faltprozess

Die erste von drei Falten ist entstanden.

Zur Vervollständigung des Faltprozesses wiederholen Sie die Schritte 1-4 mit den übrigen Klappen.

2.4 Fixierung der Falten

Setzen Sie Ihr Klammergerät rechtwinklig zur Längsachse der Faltschablone und bündig zur jeweils sichtbaren Faltenkante über den Falten an (siehe Abbildung 6). Achten Sie darauf, alle drei Lagen einer Falte zu erfassen und die Klammer möglichst weit außen zu platzieren. Verschließen sie jede der sechs Falten mit einer Klammer.

Anschließend können Sie die Faltschablone öffnen und Ihren fast fertiggestellten MNS entnehmen.

Abbildung 6: Fixierung der Falten

 

2.5 Herstellung der Befestigungsschlaufen

Die Schritte zur Herstellung der Befestigungsschlaufen werden in Abbildung 7 dargestellt.

  • Lösen Sie die Perforierung der zur Befestigung dienenden Medienstreifen an der Ober- und Unterseite des MNS.
  • Knoten Sie in jeden der unteren Medienstreifen mittig einen einfachen Knoten ohne ihn festzuziehen (die verbleibende Öffnung sollte etwa 1 cm Durchmesser haben).
  • Ziehen Sie das Ende des rechten, oberen Medienstreifens durch den Knoten des rechten, unteren Medienstreifens.
  • Ziehen Sie den Knoten im rechten, unteren Medienstreifen so fest, dass dieser sich noch auf dem oberen Band verschieben läßt.
  • Wiederholen Sie die Schritte 3 + 4 mit den Medienstreifen der linken Seite.

Abbildung 7: Herstellung der Befestigungsschlaufen

2.6 Befestigung des Nasenbügels

  • Legen Sie den Nasenbügel (Clipband) entsprechend der Abbildung 8 auf die Außenseite Ihres MNS.
  • Legen Sie das überstehende Filtermedium um den Nasenbügel und fixieren Sie den Nasenbügel mit vier Klammern. Achten sie darauf, die erste Falte nicht zu erfassen und keine Klammer in die Mitte des Nasenbübels zu setzen.

Abbildung 8: Befestigung des Nasenbügels

3 Anlegen des Mund-Nasen-Schutzes

  • Öffnen Sie mittig die Falten des MNS, damit er sowohl die Nase als auch Ihr Kinn bedecken kann.
  • Halten Sie den MNS – mit Ihrem Gesicht zugewandter Innenseite – vor Ihr Gesicht.
  • Legen Sie die Befestigungsschlaufen um Ihre Ohren.
  • Passen Sie die Länge der Befestigungsschlaufen – durch Verschieben der Knoten – so an, dass der MNS dicht anliegt.
  • Drücken Sie den Nasenbügel an, um die Dichtigkeit im Nasenbereich herzustellen.

4 Abschließende Bemerkungen

Der Mund-Nasen-Schutz ist nun fertiggestellt.

Bitte beachten Sie bei der Benutzung folgende Punkte:

  • Der MNS ist aus hygienischen Gründen ein Einwegprodukt.
  • Der MNS ist nicht waschbar.
  • Der MNS ist nicht desinfizierbar.
  • Der MNS ist keine Schutzmaske, er schützt nicht vor Infektionen durch luftgetragene Viruspartikel.
  • Der MNS ist ein Tröpfchenschutz, der das Infektionsrisiko für den Träger verringern kann.
  • Die Schutzwirkung kann weiter erhöht werden, wenn sämtliche Personen, welche in näheren Kontakt kommen, einen MNS tragen.
  • Der MNS schützt Mund und Nase des Trägers vor Berührungen durch kontaminierte Hände.
  • Der MNS darf Temperaturen bis maximal 60° Celsius ausgesetzt werden. Überschreitungen führen zur Unbrauchbarkeit.

Kalthoff Luftfilter und Filtermedien GmbH
Selm, 16.04.2020

www.kalthoff-luftfilter.de